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Kleinigkeiten können den Unterschied ausmachen
05.02.2010

Eine Mannschaft
Der Chefredakteur unsere belgischen Schwesterzeitung DuivenKrant Ivan Willockx ist noch immer Torwart in der Verbandsliga. Wenn es irgendwie möglich ist, schauen wir uns jede Woche das Spiel an. Manchmal gehen wir so früh hin, dass wir noch das Aufwärmtraining der Mannschaft beobachten können. Man sieht die Spieler dann alle einzeln in Aktion, und manchmal bin ich wirklich voller Bewunderung für das, was diese Männer mit dem Ball so alles machen können. Es sind Stück für Stück solche Akrobaten, dass man sich fragt, wie es während eines Spiels überhaupt möglich ist, dass sie zum Beispiel einen Ball, und das noch dazu ganz aus der Nähe, über oder neben das Tor schießen. Elf Mann auf dem Feld, jeder mit hervorragendem fußballerischem Vermögen und doch führt das nur oft genug nicht zu einem Sieg.
Jeder Einzelne ist gut, aber das wird bei der gegnerischen Mannschaft sicherlich auch der Fall sein. In dem Moment kommt es darauf an, als Mannschaft anzutreten, um einen Unterschied machen zu können. Alle müssen am selben Strang ziehen, alle müssen in dieselbe Richtung blicken. Beim Anstoß sind es nicht elf Männer sondern eine Mannschaft, und dann hat man Chancen. Es laufen keine Verletzten mit auf das Feld und man stellt auch nicht vier bis fünf Schüler auf. Ein Einzelner kann schon mal einen Supertag haben, aber selbst das "trägt" die Mannschaft nicht für ein ganzes Spiel. Ein gut eingespieltes Team am Start hat größere Aussichten auf Erfolg. Hinderliche Faktoren müssen so weit wie möglich ausgeschaltet werden.

Eine andere Mannschaft
Auf einem Taubenschlag ist das nicht anders. Man geht am besten mit einer erfahrenen gut trainierten Mannschaft an den Start, wenn man Erfolg haben will. Es dürfen ein paar weniger erfahrene Vögel darunter sein, Sommer- oder Spätjunge, aber sie dürfen sicherlich nicht in der Überzahl sein. Wenn man echt Spitzenerfolge erzielen will, wird es damit nicht klappen. Wir erleben das zur Zeit auf dem eigenen Schlag. Durch einen Umzug müssen wir mehr oder weniger neu anfangen. Die frühen Jungen haben im letzten Jahr nicht viel geflogen, und das merkt man. Es waren auch nicht sehr viele und so wurde die Jährigenmannschaft mit Sommer- und Spätjungen ergänzt, die noch weniger Erfahrung hatten. Kommen dazu noch nicht so einfache Flugbedingungen und der eine oder andere "verkehrte" Auflass, hat man im Handumdrehen den perfekten Cocktail für Misserfolge. Kann man diesen Burschen jedoch auf Rückenwindflügen das Handwerk etwas beibringen, macht das schon einen kleinen Unterschied. Es ist dann etwas leichter, den Rückstand, in den sie als Jungtiere geraten sind, aufzuholen. Nun gut, wenn es nicht so ist, muss mit den Riemen gerudert werden, die man hat.

Eins plus eins plus eins...
Ich habe schon früher geschrieben, dass der Kreis rund sein muss. Eine Kleinigkeit hier, ein kleiner Mangel da und noch ein paar andere geringfügige Dinge, die nicht ganz in Ordnung sind, aber wenn alles zusammenkommt, wird es zu viel, als dass man eine Mannschaft hat, mit der man Spitzenleistungen erzielen kann.
Von diesen unerfahrenen Burschen schlafen zum Beispiel hin und wieder einige eine Nacht lang draußen, bremsen hinterher das Training der andern oder bringen vielleicht sogar Trichomonaden, Kokzidien oder Würmer mit nach Hause, und so ist ständig immer wieder etwas. In der Woche darauf sind es vielleicht ein paar andere Ungeübte, die nicht sofort nach Hause kommen. So hat man immer ein paar Waggons neben dem Gleis, so dass man den Zug nie richtig auf die Schienen bekommt, geschweige denn, dass er gut und reibungslos "fährt".
Die Partner meiner Reisetauben sind umgewöhnte alte Reisetauben von unserem Schlag bei der alten Wohnung. Ich lasse sie zwar nicht raus und sie haben auch alle ihren eigenen Platz auf dem neuen Schlag, und doch merkt man den Tieren in ihrem Verhalten einen Unterschied gegenüber dem an, das sie in ihrer alten vertrauten Umgebung zeigten.
Wie man es auch dreht und wendet, die Summe aller dieser kleinen Dinge macht den Unterschied. Man bekommt wohl mal eine frühe Taube und vielleicht sogar zwei oder drei, aber es steckt einfach keine Gleichförmigkeit in der Reisemannschaft, und dann bleiben Superergebnisse aus.

Der Ausdauernde gewinnt?
Das größte Übel auf meinem neuen Schlag ist zweifellos der Leimgeruch der verarbeiteten Sperrholzplatten. Ich habe schon viele Ratschläge bekommen, was dagegen gemacht werden könnte. Die Platten mit Ammoniak oder Essig einsprühen, sie mit der Gasflamme stark erwärmen, ein paar Tage lang ein Heißluftgebläse auf dem Schlag aufstellen bis zu dem Rat, die Platten ganz zu entfernen. Wir haben das eine und andere ausprobiert und einen Teil der Platten sogar ganz weggenommen. Es wurde zwar besser, aber ganz in den Griff haben wir diese Dinge nicht bekommen. Wir werden die Sache also aussitzen und uns in Geduld üben müssen. Medikamente zu geben, um die Reizungen der Atemwege zu unterdrücken, kann auch nicht wirklich von Nutzen sein, solange das Problem nicht beseitigt ist.

Aufwärts
Auf jeden Fall ist es so, dass es bei den derzeitigen Flugbedingungen - Hitze und Ostnordostwind - nicht genügt, dass die Tauben einfach gesund und in guter Verfassung sind. Sie müssen in Topform sein, wenn man nicht "hinterherfliegen" will. Die Form kommt jedoch nicht so einfach auf Bestellung und ganz bestimmt nicht, wenn man ständig hin- und herlavieren muss, um das eine oder andere in Ordnung zu bringen oder zu halten. Aber gut, wir üben uns weiterhin in Geduld und versuchen, das zu tun, was getan werden muss. Man hat die Tiere schon so lange, und ich will ihnen auch so weit wie möglich eine ehrliche Chance geben. So schlecht können sie nun auch wieder nicht sein, wenn ihre Brüder und Schwestern, die noch auf dem alten Schlag sitzen, erste Preise am laufenden Band fliegen. Aber an diesem Beispiel hat man wieder einmal gesehen, dass wirklich alles in Ordnung sein muss, wenn man mit einigermaßen Aussicht auf Erfolg an Preisflügen teilnehmen will.
Es ist zum Beispiel noch nicht einmal zehn Jahre her, dass man auf einem Châteauroux-Flug von zirka 500 km bei heißem Wetter und Ostwind noch am nächsten Morgen einen Preis machen konnte. Wenn man jetzt eine Stunde, nachdem die ersten Tauben gefallen sind, noch eine anmelden will, ist die Wahrscheinlichkeit sehr groß, dass am anderen Ende der Telefonleitung gesagt wird, dass die Preise vergeben sind. Und wieder eine halbe Stunde später hängt dann die Preisliste sozusagen an der Wand.

Die Auflässe
Die Auflassleiter haben es sicherlich nicht immer leicht, aber andererseits pfuschen sie manchmal auch ganz schön herum. Nicht alles kann man vorhersehen und auch die besten Steuermänner laufen manchmal auf Grund, aber mit den heutigen Mitteln und technischen Möglichkeiten sollte es doch möglich sein, die Flugstrecke viel besser einzuschätzen, als es oftmals gemacht wird. Wenn am Mittwoch oder Donnerstag eingekorbt werden muss, ist es nicht einfach, die Wettervorhersagen für das Wochenende richtig einzuschätzen. An und für sich ist das nicht schlimm, wenn sich der Züchter auf den Auflassleiter verlassen kann. Schließlich sind sie für ein großes Kontingent von Tauben verantwortlich, die die Züchter Stück für Stück mit großer Sorgfalt vorbereitet haben. Doch Zeit und Geld sind der alles bestimmende Faktor geworden, und so kann es schon einmal mehr schief gehen. Haufenweise blieben Tauben an den vergangenen Wochenenden weg. Es ist sehr die Frage, ob die alle wieder nach Hause kommen oder ob man die Heimkehrer wieder in Ordnung bekommt und wann. 
 


Ein einfaches Pfeifsignal von ein paar Sekunden Dauer auf dem Auflassplatz kann, wenn es nicht wohlüberlegt und mit Sachkenntnis abgegeben wird, dafür sorgen, dass mehrere tausend Tiere ins Verderben geschickt werden. Die Arbeit vieler Taubenzüchter von manchmal Jahren ist damit umsonst gewesen. Der "Zufall" will es nun einmal, dass bei derartigen Flügen die besseren Tauben zu den ersten Opfern gehören, und dann züchte mal eben ein paar "Neue".

Niemals zu alt, um zu lernen.
Durch die vielen Anrufe und Mails, die hier eingehen, erfährt man so allerhand. Man sollte es nicht für möglich halten, was die Leute - und dann häufig noch auf eigene Faust - den Tauben an Medikamenten geben und dabei hoffen, "es" nun endlich gefunden zu haben und die Konkurrenz hinter sich lassen zu können. Klappt es nicht, wird letztendlich doch der Tierarzt um Rat gefragt, aber auch der kann das Blatt nicht wenden und probiert das eine und andere Mittel in der Hoffnung, das vielleicht das richtige darunter ist. Schade, vielleicht sogar sehr schade, aber so geht es nicht. Das wäre etwas zu einfach. Kommen wir zum Beispiel mit einem Mittel von dem betreffenden Tierarzt und geben das unseren gefiederten Freunden wird doch immer bei genau gleichen Bedingungen und gleicher Versorgung eine unserer Tauben als erste nach Hause kommen und eine als letzte. Doch nur mit denen, die regelmäßig als erste kommen, können wir langfristig weiterkommen. Selbst wenn zehn verschiedene Züchter jeweils zehn ihrer Tauben, die alle von dem bewussten Mittel bekommen haben, mitgeben würden, werden von diesen hundert Tauben bei einem Preisverhältnis von 1 : 3 66 dieser Tiere keinen Preis machen. Würden die übrig gebliebenen 33 in der Woche darauf wieder eingesetzt, blieben nur noch 11 übrig und das trotz desselben Mittels.
Die Moral von der Geschichte? Gute Tauben sind und bleiben die Grundvoraussetzung. Es ist also besser, Zeit und Energie dafür zu verwenden, um an bessere Tauben zu gelangen, als dort zu suchen, wo nichts zu finden ist.

Säure und ansäuern
Modetrend? Bei den einen scheint es zu wirken, bei den anderen hingegen nicht. Es ist erwiesen, dass Bakterien in einem sauren Milieu schlechter gedeihen, also kann es helfen. Es gibt natürlich Säure und Säure. Essig ist auch sauer, aber den könnten die Tiere nicht trinken. Bei verschiedene Untersuchungen ist nachgewiesen worden, dass der ideale Säuregrad des Trinkwassers für unsere Tauben ein pH-Wert von 5,5 ist. Wenn wir zum Beispiel die Empfehlung bekommen, 5 ml Apfelessig auf einen Liter Wasser zu geben, kann das je nach der Sorte des Wassers, das uns zur Verfügung steht, einen völlig unterschiedlichen pH-Wert als Ergebnis liefern. Angenommen wir haben an der Basis Wasser mit einem pH-Wert von 7, dann würde das ein völlig anderes Ergebnis bringen, als wenn wir als Basis Wasser mit einem pH-Wert von zum Beispiel 5 hätten, wenn wir bei beiden diese 5 ml Apfelessig zusetzen. Man kann diese Dinge sehr einfach mit pH-Strips messen, die in Gartencentern oder Aquaristikgeschäften erhältlich sind.



Man misst den pH-Wert des Wassers, das man den Tauben gibt. Dann fügt man die Säure, die man benutzt hinzu, und zwar gerade so viel, dass die Farbe auf dem Strip mit der Farbe übereinstimmt, die den pH-Wert von 5,5 angibt. Vielleicht müssen Sie mehrere Male messen, bevor sie genau wissen, wie viel Säure sie zugeben müssen, um einen pH-Wert von 5,5 zu erreichen, aber wenn Sie immer dasselbe Wasser geben, brauchen Sie die Messung nur ein Mal vorzunehmen. Die meisten Wasserwerke versuchen, das Wasser, das aus dem Hahn kommt, in Bezug auf Qualität und Werte so konstant wie möglich zu halten. Mit wenig Mühe kann man also kleine Dinge besser machen. Jedes kleine bisschen kann helfen, so wie ich kürzlich einen Niederländer an der Tankstelle fragen hörte: "Was kostet denn ein Tropfen?" "Ach, ein Tropfen? Nichts!" "OK", sagte der Mann, "dann tröpfeln sie mal eben voll."
Viel Erfolg damit.

 
Eddy Noël
 
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