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Zucht und Zuchtfutter
05.02.2010

Für Zuchttauben, die festsitzen und nicht mit anderen Tauben in Kontakt kommen, dürfte es kein Problem sein, gesund zu sein und zu bleiben. Ausnahmen bestätigen immer die Regel, aber wie auch immer, eine natürliche Vitalität ist und bleibt die allerwichtigste Basis, um einen starken Taubenstamm aufzubauen. Das ist noch keine Garantie für gute Junge aber für gesunde vitale Tiere und damit hat man nun einmal viel größer Aussichten auf Erfolg als mit Tauben, an denen man ständig herumdoktern muss, um sie einigermaßen auf den Beinen zu halten.
Man kann das mit einem Zug, der aus der Lokomotive und einigen Waggons besteht, vergleichen. Die Lokomotive sind gesunde vitale Tauben. So einen Zug mit einer starken Lokomotive auf das Gleis und anschließend in Bewegung zu setzen, ist der schwierigste Punkt. Das erfordert 80 % der Energie. Wenn erst einmal alles in Bewegung ist, wird es glücklicherweise immer leichter. Je besser die Lokomotive, um so besser und reibungsloser wird der gesamte Zug rollen.

Festsitzende Tauben
Zuchttauben bekommen nicht oft oder manchmal gar nicht die Gelegenheit, draußen umherzufliegen. Es ist also Aufgabe des Züchters, sie so gut wie möglich zu versorgen. Ein sehr wichtiger Teil davon ist ganz bestimmt das Futter. Schon wegen der Erhöhung der Getreidepreise ist der Züchter gewaltig darauf aus zu sparen. Nicht allein die Qualität des Getreides ist dabei von Bedeutung sondern auch die Zusammensetzung des Zuchtfutters.

Weil die Tauben keinen Freiflug haben, ist es in erster Linie wichtig, ihnen ein optimal ausgewogenes Futter zu geben. Es kommt vor allem darauf an, dass die Tauben nicht zu schwer werden. Das wäre ein gewaltiger Dämpfer für die Kondition, und mangelnde Kondition der Elterntiere wirkt sich wie auch immer auf die Jungen im Nest aus. Hauptsächlich Futter mit einem hohen Anteil an Rohfasern ist nun am Platze. Dadurch werden sie glatt und glänzend. Drei bis vier Mahlzeiten mit einem guten Zuchtfutter, lies eiweißreiches Futter, genügen, um die Tauben in die gewünschte Form zu bringen, in der sie angepaart werden können.

Gesundheit
Einige Zeit vor Beginn der Zucht zur Kontrolle zu einem spezialisierten Tierarzt zu gehen, ist ratsam. Ist etwas nicht in Ordnung, hat man dann noch genügend Zeit, die Tauben nötigenfalls zu behandeln. Nach so einer Kur oder Behandlung ist es nicht verkehrt, Probiotika zu geben. Die Darmflora wird dadurch unterstützt, sich zu stabilisieren, und das hilft den Tauben, in Kondition zu kommen. Sind die Tauben gesund, kann man sie durch die Fütterung in die gewünschte Form bringen. Dann wird die Zucht, auch wenn es Winter ist, eigentlich zum Kinderspiel.
Beilichten kann auch dabei helfen, die Dinge etwas reibungsloser verlaufen zu lassen. Am besten geeignet sind dafür Tageslichtlampen wie z.B. die I Light Röhnfried-Lampen. Zusätzliche E-Vitamine können den Trieb verstärken. Vitamin D ersetzt mehr oder weniger das natürliche Sonnenlicht.
Wenn die Temperaturen mild sind und sich die Sonne regelmäßig zeigt, kann das Tauben, die gut durch die Mauser gekommen sind, in eine gewisse Form bringen. Durch zu schweres Futter mit viel Mais können die Tauben schnell fett werden, und genau das haben sie bei der Vorbereitung auf die Zucht absolut nicht nötig. Mit einem Zuchtfutter, das traditionsgemäß vierzehn Tage vor dem Anpaaren gegeben wird, sieht es auch nicht viel besser aus, im Gegenteil, sie werden davon modderfett, und das kann doch nicht Sinn der Sache sein. Wenn sie rank und schlank und in allerbester Verfassung sind, ist das in dem Moment ein großer Vorteil, und das erreichen Sie mit Zuchtfutter nicht. Besser ist es, faserreiches Futter zu geben und den Eiweißgehalt zu beschränken.

Brutzeit
Brütende Tauben haben auch einen höheren Bedarf an Rohfasern im Futter, während es für Elterntiere mit Jungen im Nest darauf ankommt, Futter mit einem gut ausnutzbaren Eiweißgehalt zu bekommen. Ebenfalls traditionsgemäß ist die Winterzucht für Futterfabrikanten der Anlass, alle möglichen Aktionen zu starten und mit billigem Futter auf den Markt zu kommen. Ist teures Futter grundsätzlich gutes Futter? Nein, dem ist nicht so. Ist billiges Futter grundsätzlich schlechtes Futter? Nein, auch das ist absolut nicht so.

Es gibt ein paar Dinge, die wir beachten müssen, wenn wir Zuchtfutter kaufen.
So müssen wir berücksichtigen, dass nicht zu viel Mais darin enthalten sein darf und dass dieser darüber hinaus nicht zu groß ist. Mais enthält hauptsächlich Kohlenhydrate. Das kann gut für die Elterntiere sein, um sich leichter warm zu halten, wenn es besonders kalt sein sollte, aber die heranwachsenden Jungen haben so gut wie nichts davon. So heißt es für den Hersteller, ein bisschen den goldenen Mittelweg zu suchen.
Mais drückt den Preis, wodurch die Mischung kommerziell vielleicht anziehender wird, aber sie wird zugleich weniger gut für unsere Tauben und ganz bestimmt für unsere zukünftigen Jungtauben. Die streuen den Mais nur umher, und der Züchter bezahlt den Preis. Futter mit viel Mais ist nur zu verantworten, wenn die Verhältnisse bei unserer Winterzucht wirklich "winterlich" sind.

Jeder Züchter weiß aus eigener Erfahrung, dass Tauben während der Zucht sehr schnell den Mais liegen lassen. Das kommt daher, weil die Tiere instinktiv fühlen, was sie nötig haben, um ihre Brut unter besten Bedingungen aufzuziehen. Würde man sie "zwingen", den Mais aufzufressen, würden sie das nach einiger Zeit zwar machen. Aber man muss berücksichtigen, dass aus dem winzigen Küken, das aus dem Ei geschlüpft ist, innerhalb von 22 bis 25 Tagen eine große, zum Absetzen fertige Taube werden soll.

  

Vom gerade geschlüpften Küken in 22 bis 25 Tagen zur zum Absetzen fertigen Jungtaube.

Jeder, aber auch jeder Mangel während des Wachstums wird seine Spuren in der späteren sportlichen Laufbahn der Taube hinterlassen. Vorbeugen ist besser als heilen. Fressen die Tauben den Mais nicht auf und Sie haben Hühner, können sie den Mais noch immer an die Hühner verfüttern. Ob dann aber wirklich etwas von dem Preisvorteil beim Einkauf übrig bleibt, ist allerdings sehr die Frage.

Erbsen, das nächste "Übel". Mehr Erbsen in einer Mischung drücken ebenfalls ganz hübsch den Preis dieser Mischung. Das macht diese Mischung kommerziell wieder anziehend, aber die Taube hat nichts davon. Erbsen enthalten viel Eiweiß, aber das Problem beim Eiweiß aus Erbsen besteht darin, dass es nur zu einem Drittel vom Taubenkörper verwertet wird. Von einer Mischung mit 30 Prozent Erbsen kann von einer Taube mit heranwachsenden Jungen nur 10 Prozent genutzt werden. Die übrigen 20 Prozent müssen vom Taubenkörper "verarbeitet" werden, ohne dass er den geringsten Nutzen davon hat. Das ist sehr und dazu unnötig belastend, und zwar derart, dass es mehr Energie kostet, diese Ballaststoffe los zu werden als dass daraus Nutzen gezogen wird.
Sehr wirtschaftlich kann man ein solches Futter nicht nennen. Mais für die Hühner und 20 Prozent der Erbsen, die einfach bei der Taube hinten wieder rauskommen und nur den Misthaufen vergrößern.

Dann gibt es noch den Weizen, der auch einzig und allein wegen des niedrigeren Preises in ansehnlichen Prozentsätzen angeboten wird. Auch von Weizen werden die Tauben fett, und einen Teil dieser Körner finden wir in der Futterrinne wieder. Iss das doch selber auf, macht die Taube uns Züchtern auf diese Art klar. Eine Nachricht, die leider nicht immer überkommt. In dieser Art von Fällen wird aus billig schnell teuer.

Leider stößt diese Geschichte, genau wie während de Mauserzeit, zu oft nur auf taube Ohren. Diese Ohren sind dann einfach verstopft und können oder wollen nichts hören. "Irgendwie" wissen sie es sehr gut, aber hier steht das Portemonnaie im Vordergrund, und der Fabrikant geht gewitzt darauf ein. Schade, nichts mit guter Zuchtrunde, nichts mit Zukunft, nichts mit Bestandsverbesserung.

Auch die gewisse Einseitigkeit solcher Mischungen kann schnell für Probleme sorgen. Wir wissen eigentlich gut, dass alle essenziellen Aminosäutren im Futter enthalten sein müssen, damit ein optimales Wachstum vonstatten gehen kann. Mischungen, die in Bezug auf das Eiweiß einseitig sind, bringen das absolut nicht. Ein weiterer Grund, um es anders zu machen.

Es wäre also besser, sich für einen niedrigeren Prozentsatz an Mais und deutlich weniger Erbsen zu entscheiden. Dafür können wir schnell und einfach Alternativen ins Spiel bringen, die besser aufgenommen werden können. Auch müssen wir die richtigen Körner und Sämereien auswählen, um den lebenswichtigen Bedarf zu garantieren und das ganz bestimmt für festsitzende Tauben. Das erfordert Sachkenntnis und nicht eine Sammlung billiger Körner und Sämereien, die mit Hilfe eines Computer gemischt werden.

Ein gutes, wohl überlegt und nach allen Regeln der Kunst zusammengestelltes Zuchtfutter deckt problemlos den lebenswichtigen Bedarf der Elterntiere und der heranwachsenden Jungen, und das sogar, ohne dass zusätzlich alle möglichen Beiprodukte gegeben werden müssen. Sowohl Ihr Budget als auch die Elterntiere und Ihr zukünftigen Cracks werden gut dabei fahren. Probieren sie es einfach mal aus!

 
Eddy Noël
 
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